Mitarbeitergespräche

Wer kennt die Situation nicht: Es passieren Fehler im Betrieb und in turbulenten Zeiten fallen auch harte Worte, die man später bereut.

Dabei ist eine offene Führungs- und Fehlerkultur für die Fortentwicklung eines jeden Betriebes und deren Mitarbeiter enorm wichtig. Dazu gehören nicht nur Kritikgespräche zwischen Tür und Angel. Regelmäßige Feedbackgespräche mit Ihren Mitarbeitern, in denen Lob und Kritik gleichermaßen angebracht werden, verschaffen den Mitarbeitern die Möglichkeit auf jene Dinge besondere Sorgfalt zu legen, die Ihnen als Betriebsleiter wichtig sind.

Fehler sind unvermeidlich – in jedem Betrieb. Deshalb ist es sinnvoll die Not zur Tugend zu machen und diese für das interne Qualitätsmanagement zu nutzen. Nutzen Sie Fehler und geben Sie sachlich Feedback. Zeigen Sie auf, was gut läuft oder auch was nicht so gut gelaufen ist. Vor allem sagen Sie sachlich, was sich ändern muss. Zeigen Sie deshalb klar Zusammenhänge in den Betriebsstrukturen auf und machen Sie deutlichen zu welchen Problemen z.B. ein gewisses Verhalten führen kann. Für den Erfolg dieser Gespräche ist es wichtig, dass gerade die kritischen Botschaften im Bewusstsein der Mitarbeiter ankommen. Diese sollten nicht als eine Laune des Chefs missverstanden werden. Klagen Sie den Mitarbeiter nicht an, sondern sprechen Sie fehlerhaftes Verhalten ruhig, sachlich und deutlich an. Wer um den heißten Brei herumredet oder nicht auf den Punkt kommt, wirkt führungsschwach. Wer pauschal, vorwurfsvoll oder abwertend seine Mitarbeiter konfrontiert, schafft es nicht, dass Kritik auch wirklich angenommen wird.

Wichtig ist dabei diese Kritik nicht in großer Runde zu äußern oder abfällig das „Malheur“ in Gegenwart anderer Mitarbeiter anzusprechen. Mitarbeiter fühlen sich dadurch bloßgestellt. Die Psychologie des Menschen verhindert dann Kritik offen anzunehmen. Ihre Mitarbeiter gehen dann in Verteidigungshaltung und lehnen künftig Verantwortung ab oder noch schlimmer – sie schalten geistig auf „Durchzug“ und arbeiten nur noch strikt nach Anweisung. Deshalb sollten solche Gespräche immer im Vieraugenprinzip stattfinden.

Wichtig bei solchen Mitarbeitergesprächen ist, dass Sie die Gesamtheit der Leistung betrachten. Fangen Sie deshalb immer zuerst mit dem an, was Ihnen gut gefällt und welche erbrachte Leistung des Mitarbeiters für Ihr Unternehmen wichtig ist. Somit fällt es leichter auf die kritischen Punkte Bezug zu nehmen bzw. auf diese überzuleiten. Entscheidend ist auch, dass Sie solche Gespräche regelmäßig führen, sodass es nicht für den Mitarbeiter selbst, wie auf für die Arbeitskollegen, wie ein Rapport beim Chef wirkt. Grundsätzlich muss ein solches Gespräch auch nicht lange dauern oder großen offiziellen Charakter haben. Wichtig ist, dass Ihre Botschaft eindringlich ankommt.

Wer regelmäßig diese Gespräche mit seinen Mitarbeitern führt, vermeidet es, dass sich ärgerliche Vorkommnisse anhäufen. Wenn negative Vorkommnisse zu weit entfernt liegen, verblassen sie. Wenn der Gesprächsfaden bei ärgerlichen Vorfällen zu rasch aufgenommen wird, besteht die Gefahr zu emotional zu sein. Schlafen Sie deshalb mindestens eine Nacht darüber.

Ein guter Tipp zum Schluss: Überfrachten Sie Kritikgespräche nicht, denn bei jedem ist die Geduld nur begrenzt und wenn etwas gut läuft, sagen sie es auch deutlich!

Ihr
Dr. Josef Rampl

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