Deutsche Branchenverbände der Erneuerbaren Energien positionieren sich gegen das Manifest des World Wide Fund for Nature (WWF) contra Wasserkraft

Der WWF hat am 26.Oktober 2020 ein Manifest veröffentlicht, dass sich inhaltlich gegen die Nutzung der Wasserkraft wendet, den Stopp des Baus neuer Wasserkraftanlagen und ein Ende deren öffentlicher Finanzierung und Förderung fordert. Vierzehn Branchenverbände im Bereich der Erneuerbaren Energie und speziell der Wasserkraft wenden sich mit einer eigenen Erklärung gegen die aus ihrer Sicht undifferenzierte und unzureichende Beurteilung der Wasserkraft in Deutschland.

Die unterzeichnenden Verbände betonen, dass sich mit dem Erlass der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ein rechtlicher Rahmen etabliert hat, um die Belange des Gewässerschutzes, des Klimaschutzes und des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in einen interessengerechten Ausgleich zu bringen. Die Betreiber fühlen sich der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet. Im Angesicht der zunehmenden Dürreperioden muss jedoch auch die Wertigkeit bestehender Querbauwerke überdacht werden. Die Nutzung der Wasserkraft findet an etwa 13 Prozent aller in Deutschland bestehenden Querbauwerke statt. Vor diesem Hintergrund verbietet sich eine pauschale Verurteilung der Wasserkraft. Der Nutzen der Wasserkraft ist von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Vielmehr bedarf es einer standörtlichen Beurteilung und einer fachlichen und sachlichen Beurteilung im Einzelfall. Die Energiewende verlange eine Diversifizierung und Dezentralisierung der Energiegewinnung, so dass es nicht allein auf die Menge des erzeugten Stroms ankomme, sondern ebenso auf den volkswirtschaftlichen Nutzen und die Erzeugung von Strom in einem ökologisch - ökonomischen Gleichgewicht. Der WWF wurde aufgerufen sich in die Diskussion abseits aller Polemik einzubringen.

Login